Science of Disorder -Private Hell

Wenn sich in der Schweiz die Tore der Hölle öffnen, dann waren Science of Disorder am Werk. Am 25.05.2018 erschien ihr neues Album Private Hell. Die Band gibt es in ihrer Ursprungsform bereits seit 1989, jedoch mit aktueller Besetzung seit 2017 und stand schon mit vielen namhaften Metal-Bands zusammen auf der Bühne.
Auf dem Album befinden sich 10 Tracks in englischer Sprache. Der elfte Track ist eine Piano-Version des Openers Carrions. Der Originaltrack Carrions hat den Platz als Opener zu Recht verdient. Harte Gitarrenriffs und knallende Drums führen direkt in die Metal-Hölle. Die Textzeile „Carions for scavangers“ heißt kurz und knapp übersetzt: Aas für die Aasfresser. Die etwas ruhigeren Zwischenparts lassen den Hörer kurz verschnaufen. Der Gesang wirkt hier auch etwas sanfter als in den Strophen und lässt die Bandbreite von Frontmann Jérôme erkennen.

Kingdom Comes klingt zu Beginn etwas düsterer, verliert dennoch nicht an Brutalität und Tempo. „Hail to the king.“ Im Gegensatz zum Opener, ist der Text bei diesem Track besser zu verstehen. Die Stimme von Jérôme passt sich dem unheilvollen Sound an und man wartet regelrecht darauf, dass das Königreich kommen wird. Mit eingängiger Melodie besticht Lava Girl. Eine Ode an ein Mädchen, das wie der Teufel tanzt und einen traumhaften Körper hat. Der Bass gibt der Melodie immer wieder kleine Anstöße welche das Tempo nach vorne treibt. Vor dem inneren Auge erscheint diese Frau, die auf der Bühne steht und wie wild tanzt.

Ein wenig irre klingt Patient 18. „As I lost my sanity, there’s nothing left for me.” Der Protagonist, der im Text besungen wird, hat seinen Verstand verloren und fristet nun in einer Irrenanstalt sein Dasein. Dementsprechend wirkt auch der Gesang etwas abgedreht und irre. Bei Choke wirkt der Gesang eher gesprochen als gesungen. Die Textzeile „Choke, survival of the fittest.“ klingt fast schon wie ein Mantra. Der Sound ist hart und unbarmherzig und lässt wenig Spielraum für eine ausbrechende Melodie.

Light Bearer wirkt schwerfällig und düster. Doch der Titel „Träger des Lichts“ lässt anderes vermuten. Hier wird der einzige Freund besungen. Dieser betet jeden Tag dafür, sich endlich wieder vollkommen und ganz zu fühlen. Man wird in die Lage versetzt, sich leer und unvollkommen zu fühlen. Dementsprechend dunkel und düster ist auch die Stimmung des Tracks. Den krassen Gegensatz zum vorherigen Track ist Half A Life. Dieser ist wie gewohnt hart und schnell. Auch hier dominiert eine Art Sprechgesang. Der Sound ist geradlinig und wenig melodisch. Die Drums treiben den Song unbarmherzig voran. „As my memories fade, I’m losing you again.“ Es bleibt nur noch wenig gemeinsame Zeit, nur noch ein halbes Leben.

Sickness klingt wie eine Hymne. Der ideale Track um die Köpfe kreisen und die Haare fliegen zu lassen. Das sich wiederholende Melodiemuster macht den Track sehr eingängig. Die gebrüllten Textzeilen animieren zum Mitschreien. Schöne Bass- und Gitarrenläufe leiten Mine ein. Du bist mein! In klaren Worten wird hier der Besitz bekundet. Dies wird durch den ausdrucksstarken Gesang unterstrichen. Die Melodie wirkt teilweise abgehackt, was aber sicher so gewollt ist. Zwischendurch sind ausladende Gitarrensoli zu hören welche das Gesamtbild des Tracks abrunden.

Mit dem Titeltrack Private Hell endet das Album. Schwere Gitarrenriffs kündigen das Ende an und begleiten den Weg in Richtung Hölle. Der Track ist rein instrumental und der kürzeste des Albums. Carrions in der Piano Version als Bonustrack wirkt wesentlich ruhiger und zugleich trauriger als der Originaltrack. Gefühlbeladener ist auch der Gesang als beim Opener. Der Track lässt den Hörer zur Ruhe kommen.

Fazit: Kompromissloser Metal-Sound trifft kraftvollen Gesang. Die fünf Musiker bedienen sich beim aktuellen Album mehrerer Genres, welche das Werk abwechslungsreich machen. Die verschiedenen Themen in den Texten lassen das Album nicht langweilig werden und durch mehrmaliges Hören kann man sich immer besser in die Tracks hineinversetzen. Von der Machart sind die Tracks sehr unterschiedlich, sodass für Jeden etwas dabei ist.

Release: 25.05.2018 bei Fastball Music

Tracklist:
Carrions
Kingdom Comes
Lava Girl
Patient
Choke
Light Bearer
Half A Life
Sickness
Mine
Private Hell
Bonus: Carrions (Piano Version)

 

Band Webseite : science-of-disorder.com

Band auf Facebook: facebook.com/disorderofscience