Metaltörn – Premiere auf dem Rhein

“Metaltörn, Ahoi” hieß es am 16.06.2018 mittags um 13 Uhr, als die MS Rheinenergie vom Altstadtufer Köln ablegte und sich auf ihre vierstündige Rheinfahrt begab. Mit an Bord waren hunderte schwarz gekleidete, fröhliche und feierwütige Gestalten, sowie zwei erstklassige Metalbands: Van Canto und Beyond the Black sollte diesen Schifffahrt zu einem besonderen Erlebnis werden lassen.

Bereits kurz vor 12 Uhr hatte sich bei bestem Wetter eine lange Schlange Fans am Schiffsanleger versammelt. Der Einlass erfolgte zügig und problemlos und kaum auf dem Schiff angekommen hieß es: Plätze sichern. Während sich die kleine Fotografenmeute direkt auf der Empore beste Plätze reservierte, verteilte sich das Publikum auf allen Ebenen des Schiffs und beäugte das Catering. Hier gab es zu durchaus vernünftigen Preisen Currys, Wurst und Vegetarisches, um eine ordentliche Grundlage für die folgende flüssige Verpflegung zu legen. Auf diversen Stehtischchen wurden nämlich schon die ersten Bierfässchen geöffnet. Musikalisch untermalt wurde alles von DJ guenter.

Kurz nach 13 Uhr legte die MS Rheinenergie ab. Während auf der unteren Ebene im Schiff schon Feierlaune aufkam und auf der zweiten Ebene Stühle an den Balkon gerückt wurden, ließ man es sich auf dem Deck in der strahlenden Sonne gut gehen, bis das musikalische Programm schließlich um 14 Uhr begann.

Van Canto betraten als erstes die Bühne. Zwei Jahre lang hatte es kein Konzert von der a-capella Metalband mehr gegeben. Nun, kurz vor Veröffentlichung des neuen Albums und Start der eigenen Tour, wollten sie dann schon mal wieder üben. Was ihnen auch mit Bravour gelang. Nur mit Schlagzeug-Begleitung legten die sechs Mannen und eine Frau eine grandiose Show hin. Sämtliche Songs konnten vom Publikum nahezu fehlerfrei mitgesungen werden und zwischen den Songs sorgte das Publikum dann auch noch für ordentlich Krach. Zu jedem Song gab es eine kurze Einleitung und der Spass auf der Bühne war allen sieben Bandmitgliedern jederzeit anzusehen. Auch wenn es eine kurze Anspielung darauf gab, dass es Dank neuer Datenschutzgrundverordnung ja nicht mehr wirklich möglich wäre zu fotografieren (was die anwesenden Fotografen natürlich nicht davon abhielt, ihrer Passion nachzugehen) musste dann doch noch eben ein Publikumsbild gemacht werden. Sängerin Inga wäre nämlich eigentlich auf eine Baby-Party eingeladen gewesen. Also gab es für die Mama ein Bild von Inga mit ganz vielen Publikums-Herzchen als Entschädigung. Ca. 60 Minuten lang heizte Van Canto dem Publikum ordentlich ein. Gegen Ende kam es dann leider zu technischen Problemen (was bei einer a-capella Band schon irgendwie seltsam ist). Diese Probleme gingen so weit, dass das letzte Lied „Fear of the Dark“ zwar angefangen, aber abgebrochen werden musste. Da Van Canto eh schon überzogen hatten (was ebenfalls seltsam war, weil bis zur nächsten Band noch eine volle Stunde Zeit war), wurde dann ohne Kopfhörer und mit Publikumsunterstützung zumindest noch das Outro gesungen. Was zu leichten Gänsehaut-Momenten führte. Wie Fan-Nah Van Canto sind zeigte sich schließlich, als die Band gefühlte 5 Sekunden nach ihrem Auftritt schon auf dem Schiff rumlief, Bekannte begrüßte und neue Bekanntschaften schloss.

Um 16 Uhr dann ging die zweite Band auf die Bühne: Beyond the Black. Die Band um Frontfrau Jennifer Haben legte direkt kraftvoll los und die nahezu einstündige Erholungspause zwischen den Bands war sofort vergessen. Das Publikum sang mit, sprang mit, ließ die Haare wehen und brachte das Schiff zum Wackeln. Jennifer hatte ihre Fans voll im Griff, was bei der sympathischen Schönheit nicht verwunderlich ist. Dass Beyond the Black eine sechsmonatige Live-Pause hinter sich hatten, merkte man höchstens daran, dass sie keineswegs müde waren sondern mit voller Power ihren Fans die Songs um die Ohren haute. Ganz kurz musste das Programm einmal unterbrochen werden, als man Jennifer einen Zettel in die Hand drückte und sie verkünden ließ, dass ein Portemonnaie gefunden wurde. Das hätte man zwar auch nach dem Konzert machen können, aber so hatte der Besitzer des Portemonnais  zumindest genügend Zeit es sich wieder zu holen. Beyond the Black gelang es trotz dieser kleinen Zwangspause hervorragend zu unterhalten, so dass es nicht einmal auffiel, dass das Schiff bereits während der Konzerts schon wieder in Köln anlegte. Die Besucher der Rheinpromenade dürften etwas verwundert festgestellt haben wie sehr das Schiff wackelte, als Beyond the Black zum gemeinsamen Springen aufforderte. Viel zu schnell war auch dieses Set zu Ende, das ebenfalls nur auf 60 Minuten angelegt war, so dass die Veranstaltung bereits um 17 Uhr zu Ende war. Das Schiff verlassen musste man aber nicht direkt: bis 19 Uhr konnte man sich noch auf den Decks aufhalten und neue Bekanntschaften schließen.

Insgesamt hinterließ der erste Kölner Metaltörn einen doch recht positiven Eindruck. Beiden Bands gelang es problemlos, dem Publikum einzuheizen. Das Catering auf dem Schiff war hervorragend zu vernünftigen Preisen und das Ambiente ist schlicht unschlagbar. Für Verwirrung sorgte die doch sehr kurze Fahrzeit sowie die vergleichsweise kurzen Spielzeiten der Bands. Die Veranstaltung war damit eine volle Stunde früher zu Ende, als ursprünglich angekündigt war. Die Premiere ist aber gelungen und man kann nur hoffen, dass es im nächsten Jahr weiter geht.

 

Set lists

Van Canto

  • If I die in Battle
  • Wishmaster
  • To sing a metal song
  • To the mountains
  • Badaboom
  • Rebellion
  • Kings of Metal
  • Water Fire Heaven Earth
  • Unholy
  • Bards Song
  • Neuer Wind
  • Primo Victoria
  • Mission/Muppets
  • Fear of the Dark

 

Beyond the Black

  • Heart of the Hurricane
  • Burning in Flames
  • Beyond the Mirror
  • When Angels Fall
  • My God is Dead
  • Running to the Edge
  • Written in Blond
  • In the Shadows
  • Songs of Love and Death
  • Lost in Forever
  • Hallelujah
  • Shine and Shade

 

Galerie Van Canto

Galerie Beyond the Black