Cardillac Complex – Something Will Remain

Cardillac Complex wollen mit ihrem neuen Werk etwas schaffen, das bleibt. Ihre EP „Forgotten Reasons“ wurde vor fünf Jahren veröffentlicht. Also höchste Zeit für ein neues Album.

Die fünfköpfige Band aus Münster steht für düsteren, melodischen Rock und bewegt sich zwischen Alternative, Gothic, Metal und Pop. Seit ihrer Gründung im Jahr 2010 hat die Band an Bekanntheit und Fans gewonnen. Auch bei Stahlmann war die Band bereits Vorgruppe. Die elf Songs auf dem aktuellen sind alle in englischer Sprache gehalten und lassen sich nur schwer in ein Genre einordnen. Der Zuhörer darf eine bunte Palette an Emotionen erwarten.

Der Opener „Life Won“ vereint Piano, Electro-Sound und harte Rock-Klänge. Ein Piano fügt sich in den Klang ein. Die Stimme von Frontmann Ole ist gefühlvoll und ruhig in der Strophe. Im Refrain nimmt sie dann an Kraft zu und passt sich dem Gitarren-Sound an. Ein ruhiges Gitarren-Solo gegen Ende des Songs macht diesen nochmal abwechslungsreicher. „There’s a place for us. Some kind of heaven of love and trust.” Der Protagonist in diesem Song fühlt sich in den Armen seiner Geliebten sicher, während um ihn herum nur Fremde sind. Something Will Remain ist rockiger als der vorherige Track. Dies ist der Titeltrack des Albums. „You say, everybody hurts, the good and the bad ones.” Der Sänger spricht sein Gegenüber direkt an. Irgendwann wird man von jemandem verletzt, von dem man es vielleicht niemals erwartet hätte. Zu Beginn klingt Belief hart und düster. Dies schwenkt jedoch um, sobald der Gesang einsetzt. Die Frauenstimme lässt den Song sehr sanft klingen. Man sieht vorm inneren Auge ein Liebespaar, welches sich gegenübersteht. Lässt Sänger Ole bei Depths Of My Soul in seine Seele blicken? Auch hier bereichert weiblicher Gesang den harten Rock-Sound. „Now I find myself on my own again.“

Remove The Mirror ist mit 45 Sekunden der kürzeste Track des Albums. Es ist ein spährischer Sound der einen in eine andere Welt abdriften lässt. Mit klassischer Gitarre und wird Yesterday’s Burden begleitet. Zwischendurch sind aber auch wieder Rockelemente zu erkennen. Der Text sagt aus: „Lass die Last von gestern hinter dir und schau nach vorne.“ Ein Track der Mut macht. Viel zu oft hängen wir in der Vergangenheit fest, was uns daran hinter nach vorne zu blicken. Bei Dead And Buried erzählt Ole eine Geschichte über jemanden, der schon längst in Vergessenheit geraten ist. Der Zweigesang macht den Song interessant und verleiht der Aussage des Textes mehr Nachdruck.

Mit gefühlvollem Piano-und Gitarren-Sound wird All The Monsters begleitet. Die tiefe Stimme von Ole schmiegt sich perfekt an die Frauenstimme. „But deep inside I am still yearning for some miracles in my life.“ Ein Titel voller Sehnsucht und Tiefe. Oft wartet man im tristen Alltag auf ein Wunder. Rockiger wird wieder Beggars Can’t Be Choosers. Dennoch finden sich auch hier Piano-Parts. Hier wird das Sprichwort „In der Not frisst der Teufel Fliegen“ als Titel des Songs genommen. Nun stellt sich die Frage, was die Band uns mit diesem Track sagen möchte. Vielleicht, dass man auch mal mit dem zufrieden sein sollte, was man schon hat. Düsterer und Spährischer Klang leitet Legacy ein. Dieser löst sich dann in ruhigen Sound auf und erinnert ein wenig an Country. Auch hier taucht wieder die Frauenstimme auf. Den Abschluss des Albums bildet Died By Your Hands. Der Track klingt traurig. Es geht dem Ende zu. Schmerzvoller Gesang einer Frau macht den Sound schwer. Sobald aber der Gesang von Ole einsetzt wird, nimmt der Song an Fahrt auf. „Life will never be the same again.“Mein Leben wird nie mehr so sein wie es war. Einen Satz den wohl schon viele sagten, als eine Beiziehung endete. Die Welt bricht zusammen. So endet das Album mit tiefen Gefühlen.

 

Fazit: Der Klang der Songs ist einzigartig durch die vielen Elemente der diversen Genres. Dies macht das Album sehr abwechslungsreich. Alle Tracks sind sehr gefühlvoll und jeder erzählt seine eigene Geschichte. Songs die Mut machen aber auch traurig stimmen. Der ein oder andere Track verleitet zum Nachdenken. Live werden diese Songs den Zuhörern sicherlich Gänsehaut bereiten.

 

Tracklist:
1 Life Won
2 Something Will Remain
3 Belief
4 Depths Of My Soul
5 Remove The Mirror
6 Yesterday’s Burden
7 Dead And Buried
8 All The Monsters
9 Beggars Can’t Be Choosers
10 Legacy
11 Died By Your Hands

 

 

Release: 25.05.2018 bei Echozone
Fotos: Robert Gitler