Subway to Sally „NEON“-Tour, Essigfabrik Köln 31.03.2017

Nach der erfolgreichen Tour 2016 setzen Subway to Sally ihr Ekustik-Programm in diesem Jahr fort. Am 10.03. kam bereits das Album zur letzten Tour raus und seit dem 24.03. sind Subway to Sally mit dem zweiten Teil von „Neon“ in Deutschland unterwegs.

 

Am 31.03. machten sie Halt in der Essigfabrik in Köln. Und ERO war bei diesem Gänsehaut-Spektakel dabei.

Bereits eine halbe Stunde vor Einlass hatte sich eine recht große Menschenmenge vor dem Eingang der Essigfabrik versammelt. Bei etwa 20°C Außentemperatur und einem blauen Himmel keine unangenehme Situation. Es wurde sich begrüßt, gequatscht und eigentlich fehlten nur noch der Grill und die Kiste Bier. Selbst ein still und leise vorbei huschender Eric Fish brachte die gelassene Stimmung nicht durcheinander. Pünktlich ein paar Minuten vor 19 Uhr öffneten sich die Tore und der Einlass begann; zu Beginn noch etwas chaotisch (drei Securities zur Durchsuchung der Männer und nur eine für die Frauen), aber dennoch flott und problemlos. So blieb für alle Gäste genügend Zeit, ihre Sachen in der Garderobe abzugeben, die ersten Getränke zu ordern und sich die besten Plätze zu sichern.

 

Nur wenige Minuten nach 20 Uhr dann wurde es dunkel, das Publikum verstummte und es ertönte Glockengeläut. Begleitet von choralem Gesang trat der Maskenmann auf und die ersten ekustischen Töne geleiteten Subway to Sally auf die Bühne, um mit „Wenn Engel hassen“ den Startschuss zu geben. Von Anfang war das Publikum mit kräftiger Stimme dabei, sang, tanzte und jubelte. Jedes Lied wurde von Eric Fish einzeln eingeleitet, insgesamt wirkte das Konzert sehr familiär, sehr locker, mit „tiefer Bedeutung und doch leichtfüßig“, wie Eric später ein Lied einleitete.

 

Ehrlich und von Herzen wirkte alles, auch als Ingo als „der Größte“ bezeichnet wurde, da er das wunderbare „Ins Dunkel“ geschrieben hat. Allerdings korrigierte Eric dies direkt wieder bei dem folgenden Lied „Eisblumen“, das gekrönt durch das kraftvolle Mitsingen des Publikums eines der Gänsehaut-Lieder des Abends war. Übertrumpft wurde es nur von „Maria“: die gesamte Band verließ die Bühne, nur Ingo blieb mit der Gitarre und begleitete den Gesang des Publikums, das seine Sache mehr als gut machte. Schon auf dem Live-Album erzeugt diese Version Gänsehaut, es selbst live mit zu erleben ist unbeschreiblich und sicher eines der größten Komplimente für die Band. Was Subway to Sally auch würdigen: „Ihr seid das weltbeste Publikum“ ruft Eric und es scheint nicht einfach eine Floskel, sondern aus tiefstem Herzen gemeint zu sein.

 

Nach „Veitstanz“ war schließlich Schluss. Also erstmal. Bands planen ja gerne mal Zugaben ein, die dann auch vom Publikum verlangt werden. Bei Subway to Sally erfolgte dieses aber durch einen weiteren Gänsehaut-Moment: die Band hatte die Bühne bereits verlassen, als nicht „Zugabe“-Rufe ertönten, sondern lautstark, voller Inbrunst und Kraft „Räuber“. Das gesamte Lied wurde vom Publikum losgeschmettert und selbst wenn keine Zugabe geplant wäre, hätte die Band noch mal auf die Bühne kommen müssen. So trat wieder der Maskenmann als erster auf und stimmte „Grausame Schwester“ an. Es folgten „Sag dem Teufel“ und „Ohne Liebe“, dann verabschiedete sich Subway to Sally wieder.

 

Doch auch dies sollte noch nicht das Ende sein: Simon betrat die Bühne und verlangte Stille. Erst als das Publikum diesem Aufruf folgte setzte er sich ans Schlagzeug und stimmte „Minne“ an. Vor dem tatsächlichen Abschluss dieses über zwei Stunden dauernden Konzertes gab es dann eine kurze Pause: das Burdun musste erst einmal vorbereitet werden. Mit Arme heben und Finger wackeln wurde die Zeit überbrückt, bis das Burdun bereit und mit „Räuber“ das Abschluss-Lied erklingen konnte. Das Publikum hatte ja schon zuvor bewiesen, dass es dieses Lied in und auswendig kannte und so lieferte es auch dieses Mal wieder eine Performance ab, die jede Band stolz machen würde. Es war ein würdiger Abschluss eines wunderbaren Konzertes.

 

Wie im letzten Jahr und wie auch auf dem Live-Album „Neon“ zu hören, handelt es sich bei der Ekustik-Tour um etwas ganz besonderes. Die Mischung aus klassischen Instrumenten, elektrischem Dubstep und dem tytpischen Subway to Sally Sound, gepaart mit der familiären Atmosphäre und dem hervorragenden Publikum macht einen Konzert-Besuch zu einem denkwürdigen Ereignis, dass man so schnell nicht wieder vergisst. Im Gegenteil: gerne mehr davon.

 

Hier noch einmal die komplette Set-List des Abends:

  1. Wenn Engel hassen
  2. Rose im Wasser
  3. Verloren
  4. Böses Erwachen
  5. Mitgift
  6. Schwarze Seide
  7. Ins Dunkel
  8. Eisblumen
  9. Henkersbraut
  10. Traum vom Tod
  11. Krähenfraß
  12. Maria
  13. Kleid aus Rosen
  14. Unsterblich
  15. Falscher Heiland
  16. Rätsel 2
  17. Sieben
  18. Tanz auf dem Vulkan
  19. Veitstanz
  20. Grausame Schwester
  21. Sag dem Teufel
  22. Ohne Liebe
  23. Minne
  24. Räuber

Galerie

http://www.subwaytosally.com/

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