Serenity „Lionheart“

Serenity entführen uns mit ihrem neuen Album Lionheart in die Welt des Mittelaters. Symphonischer Metal, gespielt von den Kreuzrittern aus Österreich. Mit ihrem 6. Studioalbum lassen sie ein Stück Geschichte aufleben.
Auf dem Album, das am 27.10.2017 erscheint befinden sich 13 thematisch passende Songs zum Albumtitel. Bereits beim Lesen der Titel wird eine Geschichte erkennbar, die sich durch das Album zieht.

Deus Lo Vult beginnt düster und mysteriös. Der Einzug der Kreuzritter untermalt von Chorgesang und Orchester. Eine pompöse Einleitung, die Gänsehaut verursacht. United beginnt ebenfalls mit Orchesterklang und geht dann über in harten Metal-Sound. „In the name of God, marching to horizon.” So dringt Frontmann Georgs Stimme durch den Raum. In diesem Song wird die Geschichte der Kreuzritter besungen, die gemeinsam ausziehen um Ruhm und Ehre zu erlangen. Die Gitarrensoli füllen die Zwischenparts wie Gesang aus.

Lionheart ist bereits zu Beginn fordernd und treibend, wird jedoch ruhiger sobald der Gesang einsetzt. Georgs Stimme wirkt sehr beruhigend und er erzählt die Geschichte mit viel Gefühl. Die Doublebase gibt dem Song den passenden Drive. Hero ist dann einen Tick härter zu Beginn, wird aber auch wieder mit einsetzendem Gesang ruhiger. „I will be your hero.“ Der Mut des Protagonisten wird hier ganz klar durch die kräftige, gefühlvolle Stimme deutlich.

photo credit by 2017 by Manuel Janus Mair

Rising high beginnt mit mehrstimmigem Gesang und klingt wie eine Hymne. Gemeinsam mit seinen Brüdern an der Seite geht es immer weiter nach vorne. Das Gitarrensolo sticht hier besonders hervor. Spätestens hier wird klar, dass Chris ein Meister an der Gitarre ist. Endlich sind die Kreuzritter in ihrem Himmel angekommen. Der Track Heaven ist ein sehr ruhiger Track und erzählt, dass der Ritter endlich an seinem Ziel angekommen ist. Der weibliche Gesangspart schmiegt sich perfekt an den Gesang von Frontmann Georg. Eine sehr gefühlvolle Ballade untermalt mit Streichern.

Ebenso ruhig und bedächtig ist der nachfolgende Titel King’s Landing der ein reines Pianostück ist, welches man garantiert nicht auf einer Metal-Platte erwartet. Eternal Victory setzt mit einer Akustikgitarre ein und geht dann in die gewohnte E-Gitarre über. Wieder ein deutlich schnellerer, treibender Track. Es geht mit Schiffen auf die nächste Reise. Die Entschlossenheit ist ganz deutlich zu spüren. Mit haben Serenity ebenfalls eine Art Hymne geschaffen. Die beiden Gesangsstimmen passend zueinander und spiegeln doch gewisse Gegensätze wider. Die eine Stimme hart und fordern, die andere wesentlich gefühlvoller. Eine Hymne mit der Aussage: „Gib nicht auf.“

In ein fernes Land wird der Zuhörer im Track The Fortress (of Blood and Sand) entführt. Orientalische Klänge und ein klagender fremder Gesang untermalen dieses Stück. Die Kreuzritter sind im Heiligen Land angekommen und versuchen nun dieses zu verteidigen. Ein sehr kraftvolles Stück. In Empire kämpfen sich die Ritter durch die Nacht. Eine düstere Stimme spricht zu den Rittern. Die Stimme Gottes. Auch hier passen Gesang und Melodie perfekt zum Inhalt der Geschichte.

Den Gegensatz zum vorigen Track bildet My Fantasy, welches mit einem ruhigen Pianopart beginnt. In diesem Song liegt viel Schmerz und Enttäuschung. Ein schweres, gefühltriefendes Stück. Auch die Gitarrenriffs sind düster und schwer. Der letze Track The Final Crusade bildet sowohl in der Story auch als beim Album das Ende. Hier werden nochmal alle Register gezogen. Das Growlen bildet den Gegenpart zum klaren Gesang von Georg. Der kraftvolle Klang der Instrumente bildet zusammen mit der außergewöhnlichen Stimme einen fulminanten Abschluss.

photo credit by 2017 by Manuel Janus Mair

Anspieltipps: Favoriten auf dem Album sind das ruhige Stück Heaven, welches sicher das ein oder andere Herz zum Schmelzen bringt und der völlig gegensätzliche Titel The Final Crusade, welcher durch das Growlen einen besonderen Touch bekommt.

 

01) Deus Lo Vult
02) United
03) Lionheart
04) Hero
05) Rising High
06) Heaven
07) King’s Landing
08) Eternal Victory
09) Stand and Fight
10) The Fortress (of Blood and Sand)
11) Empire
12) My Fantasy
13) The Final Crusade

 

 

Fazit: Das Album ein Must-have für jeden Serenity Fan. Die Stimmung auf dem Album erzeugt Gänsehaut- und Headbangmomente zugleich. Die Geschichte zieht sich wie ein roter Faden durch das Album und macht es sicher zu einem außergewöhnlichen Werk. Die ruhigeren Stücke werden gewiss eine Überraschung für so manchen sein.

Release: 27.10.2017 bei Napalm Records