Ruhrpott Metal Meeting 2017 – Bericht Tag 1

Nach 2015 und 2016 fand in diesem Jahr zum dritten Mal das Ruhrpott Metal Meeting statt. Am vergangenen Wochenende kamen die Anhänger der Metalszene in der Turbinenhalle Oberhausen zusammen, um gemeinsam der guten, lauten Live-Musik zu frönen. Und so machte auch ich mich durch Schnee, Regen und Schneeregen am 08.12. auf den Weg, um mir dieses Spektakel genauer anzuschauen.

Der Einlass fand bereits ab 15:30 Uhr statt, vor Ort war ich gegen 16 Uhr. Die Einweisung auf den Parkplatz erfolgte trotz Mistwetter gewohnt freundlich, routiniert und organisiert, aber wahrscheinlich war es den nasskalten Bedingungen und dem Berufsverkehr geschuldet, dass der Platz vor der Halle nur mäßig gefüllt war. Auch auf der Treppe zum Eingang herrschte keinerlei Betrieb und die Einlass selbst ging dementsprechend schnell. Der Soundcheck in der Konzerthalle war hörbar in vollem Gange, die Halle selbst war noch versperrt. Da die zweite Halle an diesem Tag nicht gebraucht wurde, war auch hier der Zugang versperrt, und so bliebt zur Beschäftigung nur das Bummeln über den Metalmarkt, Bons kaufen und Merch-Stand plündern.

Um 17 Uhr wurden dann die Tore zur Halle geöffnet. So langsam füllte sich die Turbinenhalle auch, immer mehr Besucher trafen ein. Zum Beginn der ersten Band war der Bereich vor der Bühne dann auch schon gut gefüllt. Pünktlich um 17:40 Uhr kamen Savage Messiah auf die Bühne. Mit viel Kraft und Spielfreude brachten sie die Zuschauer in die richtige Festivalstimmung und die Nackenmuskulatur konnte aufgewärmt werden. Das halbstündige Set der britischer Metaler hatte alles zu bieten, was Metalherz begehrt: Gitarren, Headbangen, solider Gesang und eine gute Performance. Ein gelungener Opener für ein Metal-Festival.

Nach kurzer Umbaupause ging es um 18:30 Uhr weiter Wolfheart. Die Band beschreibt ihren Stil selbst als Winter Metal. Das Intro hatte bereits etwas folkig, melodisches an sich. Die in rotem, gedämpften Licht gehaltene Bühne verbreitete dazu eine besondere Atmosphäre, die den Death-Metal der Finnen wunderbar unterstützten. Schnell, harte Klänge wechselten mit melodischen Parts und dem growligen Gesang. Da war es nicht nur den Bandmitgliedern, sondern auch dem Publikum nach ausgiebigen Kopfschütteltn zumute. Wobei auch nicht zu ausgiebig, denn es folgten noch vier weitere Bands.

Mit Deserted Fear standen dann ein paar deutsche Jungs auf der Bühne. Thüringer, um genau zu sein. Was man auch deutlich hören konnte, wenn Sänger Manuel Glatter die Songs ankündigte. Sauberen Death Metal brachten die Jungs auf die Bühne, stilecht in dunklem Ambiente. In Performance standen sie ihren Vorgänger in nichts nach und auch hier machte es dem Publikum sichtlich Spass, zuzuhören.

Mit Insomnium standen die nächsten Finnen auf der Bühne. Und auch bei ihnen hallten melodische Töne durch die Halle. Treibende Drums, schnelle Gitarren und growliger Gesang ließen die Nackenmuskeln nicht ausruhen. Dass Sänger Niilo auch wunderbar clean singen kann, stellte er eindrucksvoll im letzten Song des Sets unter Beweis.

Um 21:40 Uhr wurde es Zeit für den Co-Headliner des Tages: Overkill stürmten die Bühne. Vor über 35 Jahren wurde die Band gegründet. Dieses stolze Alter merkte man vor allem an einem Aspekt: Overkill wissen schlicht und einfach, wie sie begeistern können. Treibende Drums, gewaltige Gitarren, kreischender Gesang und die routinierte und grundehrliche Interaktion mit dem Publikum machten diesen Auftritt zu dem bisher besten des Abends. Und das zeigte sich nicht nur am Mitsingen, Mitfeiern und Headbangen des Publikums, sondern auch an den Crowdsurfern, die nun unterwegs waren und von der Security aufgefangen wurden. Overkill rockten die Bühne schlicht und einfach in Grund und Boden. Und nicht selten hallten die Chöre des Publikums durch die Halle zum regelrechten Lobgesang auf Overkill.

Nach diesem Auftritt fragte man sich kurz, wie dieser Auftritt noch getoppt werden könnte. Aber tatsächlich nur kurz, denn dann betraten auch schon die Brüder Max und Igor Cavalera die Bühne. Mit ihrer „Return to Roots“ Show begeisterten sie die brechend volle Turbinenhalle von der ersten Sekunde an. Und natürlich konnten alle das gesamte Set mitsingen, das das 20jährige Jubiläum des Albums „Roots“ zelebrierte.

Leider war es mir nicht möglich, bis zum Ende zu bleiben. Bereits vor Beginn des Headliners machte ein Wort die Runde durch die Halle: Schneechaos. Und tatsächlich, als ich aus der Halle trat lag da eindeutig viel mehr Schnee als nachmittags. Da musste dann auch das Auto erst einmal frei gewischt werden, bevor vorsichtig die Heimfahrt angetreten wurde.

Der erste Tag des Metal Meetings hat einen positiven Eindruck hinterlassen. Das Line-Up passte wunderbar zusammen, die Stimmung war grandios. Und trotz des offensichtlich ordentlichen Bierkonsums, blieb alles friedlich und relaxt. Und erhöhte die Vorfreude auf den zweiten Tag, der vollgestopft sein würde mit insgesamt 12 Bands auf 2 Bühnen.

HIER geht es zum zweiten Teil.