Nachtblut – „Apostasie“ Tour in Oberhausen

Zum Release ihres neuen Albums “Apostasie” gehen Nachtblut auf die gleichnamige Tour mit den zwei Support-Bands Enter Tragedy und Krankheit. Tourauftakt war am 12.10.2017 im Kulttempel in Oberhausen. Es war ein grandioser Abend mit drei Bands, die es wunderbar verstehen das Publikum zu fesseln, zu animieren und einfach eine herrliche Stimmung zu verbreiten.

Einlass in den Kulttempel war für 19:30 Uhr angesetzt. Bereits eine halbe Stunde vorher waren Wartende anzutreffen, die entweder direkt am Eingang des Kulttempels standen oder sich nebenan bei McDonalds noch eben ein Abendessen gönnten. Pünktlich und unkompliziert gestaltete sich dann der Einlass und die Abgabe überflüssiger Jacken und Taschen an der Garderobe. Der Kulttempel ist zwar keine große Location, versprüht dafür aber einen eigenen Charme und nutzt die ihm zur Verfügung stehende Fläche sehr gut. Der Bar-Bereich auf der zweiten Ebene war allerdings während der Veranstaltung gesperrt.

Die Bühne war bereits für alle drei Bands vorbereitet, so dass sie etwas vollgestellt wirkte. Um 20:30 Uhr dann ging es los mit den insgesamt 7 Mitglieder der Band Enter Tragedy. Zum Intro kamen der Drummer und ein – nennen wir ihn mal „Deko-Mitglied“ auf die Bühne, bevor nach und nach die Gitarristen, Bassist, Keyboarderin und Sänger dazu kamen. Die Dark-Rocker legten vom ersten Moment an mit aller Kraft los und dem heizten dem Publikum ein. Es war eine solide Show und guter Einstieg in den Konzertabend. Während oftmals Support-Bands mit Nichtbeachtung konfrontiert sind, konnte Enter Tragedy gut mit den Anwesenden interagieren und wurde gebührend gefeiert.

Das ca. 40-minütige Set war dann allerdings gefühlt sehr schnell durch, die Instrumente von Enter Tragedy wurde von der Bühne entfernt und das Publikum konnte sich neu sortieren. Um 21:30 Uhr ging es dann mit Krankheit weiter. „Mit deutschsprachiger Musik werden Abgründe und Schattenseiten neu interpretiert“ heißt es in ihrer Biografie. Als „hart, melodisch, düster, krank“ bezeichnet die Band selbst ihre Musik. Und alles trifft zu. Melodischer Dark-Industrial-Metal, interpretiert mit Herzblut auf der Bühne. Alle drei Bandmitglieder scheinen mit Herz und Seele dabei zu sein. Make-Up, Lichtgestaltung und Show bilden mit der Musik ein beeindruckendes Gesamt-Konzept. Und so war es kein Wunder, dass Sänger Chris das Publikum voll im Griff hatte. Es klingt schon etwas seltsam wenn man sagt, dass Krankheit einfach Spass machen. Es ist aber schlicht so, man hört und schaut sehr gerne zu, tanzt mit, singt mit und feiert diese Band. Sie macht Lust auf mehr. Aber leider war auch dieses Set viel zu schnell vorbei. Wobei das an dieser Stelle auch gut zu verschmerzen war, denn als nächstes würde schließlich der Headliner folgen.

Und Nachtblut wurden entsprechend begrüßt, als sie um 22:30 Uhr die Bühne betraten. Leider nur zu viert, denn Keyboarderin Amelie fällt verletzungsbedingt bei der Tour aus. Der Show tat dies aber kein Abbruch. Askeroth sprach das Publikum immer wieder direkt an, animierte es zum Mitmachen und hatte dabei leichtes Spiel. Es wurde mitgesungen, getanzt, gejubelt. Mit Askeroth wurde gepogt, Ablaz wurde auf Händen getragen und der ein oder andere konnte überhaupt nicht mehr aufhören mit dem Headbangen. Die 90-minütige Show war kraftvoll, geprägt von den Interaktionen zwischen den Bandmitgliedern und dem Publikum und allein deswegen schon ein besonderes Erlebnis, weil die Band so Publikumsnah und sympathisch ist. Als Nachtblut dann nach 14 Songs die Bühne verließ wurde natürlich lautstark nach Zugabe verlangt. Wie bereits zu Beginn der Konzerts kam Skoll zuerst wieder auf die Bühne. Und die anderen drei folgten, um 5 weitere Songs zu spielen. Mit dabei waren auch zwei Cover-Songs: „Wat is denn los mit dir“ stammt eigentlich von Kollegah, macht im Nachtblut-Gewand allerdings ein ziemlich gute Figur. Und bevor es zum zweiten Cover und letztem Song des Konzerts kam, musste zunächst noch der Chor geprobt werden. Denn was ist „Alles nur geklaut“ (Original von den Prinzen) auch schon ohne den „Eo“-Chor?

Doch auch dieses Konzert musste leider irgendwann zuende sein. Pünktlich um Mitternacht war das bei Nachtblut der Fall. Sie hätten auch gerne noch mal genauso lange spielen können, dem Publikum hätte das sicher nichts ausgemacht, denn die Stimmung war einfach einmalig. Alle drei Bands haben einen extrem positiven Eindruck hinterlassen und das Publikum war mit Begeisterung dabei. Es war definitiv ein gelungener Auftakt für die Tour.

 

Hier noch die gesamte Set-List von Nachtblut:

  1. Multikulturell
  2. Blutgräfin
  3. Amok
  4. Kreuzigung
  5. Kalt wie Grab
  6. Scheinfromm
  7. Frauenausbeiner
  8. Töte mich
  9. Kreuzritter
  10. Ich trinke Blut
  11. Der Tod ist meine Nutte
  12. Hexe
  13. Wie Gott sein
  14. Mein Herz in ihren Händen
  15. DKHLZ
  16. Antik
  17. Lied für die Götter
  18. Wat is denn los mit dir
  19. Alles nur geklaut

 

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