Hämatom – „Bestie der Freiheit“ Release in Köln

“Zeit für neuen Hymnen” – mit 6 Shows feiern Hämatom das Release ihres neuen Albums “Bestie der Freiheit“. Am 26.01.2018 machten sie dabei Halt in der Essigfabrik Köln. Mit einem fast zweistündigen Set feuerten die Jungs dem Publikum ordentlich ein, lieferten eine spannende Show ab, riefen eine regelrechte Pogo-Manie hervor und ließen sich bejubeln. Es war ein erinnerungswürdiger Konzert-Abend, der vom Support Heldmaschine perfekt eingeleitet und von Hämatom noch perfekter abgeschlossen wurde.

Bereits einige Tage vor dem Konzert in Köln wurde bekannt, dass es komplett ausverkauft war. Wer also nah an der Bühne stehen wollte, musste frühzeitig vor dem Eingang erscheinen. Und so konnte man zum Einlass um 19 Uhr eine doch recht lange Schlange Feierwütiger vor der Location vorfinden. Der Einlass selbst gestaltete sich recht unkompliziert. An der Essigfabrik ist der Platz am Eingang etwas eng, aber zumindest fielen an diesem Abend die Abendkassen-Käufer weg und so staute es sich kaum. Die Halle zeigte sich gewohnt vernebelt, die Bühne war völlig dunkel und alles bereits vorbereitet für den Support. Die Theken an den Seiten der Halle waren schnell blockiert und als die Lichter in der Halle aus und auf der Bühne angingen, floss das Bier bereits in Strömen.

Um 20 Uhr begann die Heldmaschine zu rollen und ließ den „Himmelskörper“ durch die Halle schallen. Pünktlich zur Tour hatten die Koblenzer ihr Live-Album „Live+Laut“ veröffentlicht, so dass die Fans nochmal fleißig Text üben konnten. Die Lernwilligkeit stellte das Publikum auch direkt zur Schau, sang mit, feierte mit und stimmte sich so auf den Abend ein. Immer wieder heizte Rene Anlauff dem Publikum ein und auch ein bisschen Spass durfte nicht fehlen. Und so stellte Rene laut die Frage, die sich die Zuhörer vielleicht such stellten: „Warum rollt der Kerl so das R? Das dürfen in Deutschland nur zwei Personen: der Herr Lindemann – und Heino. Und warum darf ich das nicht?“ Damit schmetterte er den Song „R“ raus. Dass Heldmaschine nicht nur musikalisch nah an Rammstein liegen, zeigte sich dann auch in dem einen Zubehör, dass sie dabei hatten. Denn zum Song „Radioaktiv“ legte sich Rene ein Nackengestell um, das mit diversen Laserstrahlen bestückt war. Zum letzten Song hatte Rene dann auch noch ein Anliegen: Crowdsurfing. Ob jetzt angekündigt um sicher zu gehen, dass man ihn auch tatsächlich tragen würde oder einfach nur aus Kommunikationszwecken, wie hätte man ihm das Abschlagen können? Und so kletterte er im Song „Weiter“ von der Bühne und ließ sich quer durch die Halle tragen, während er die letzten Takte des Songs sang. Heldmaschine lieferten eine würdige Support-Show ab, machten Spass und stimmten das Publikum hervorragend ein. Doch nach 40 Minuten war das Set leider schon zu Ende und trotz der vielen „Zugabe“-Rufe fing direkt der Umbau der Bühne an.

Kaum waren die Instrumente von Heldmaschine von der Bühne geräumt, wurde diese mit einem weißen Vorhang verhangen. Und dann begann die Show.

Mit einem Beamer wurde ein Endzeit-Szenario auf die Leinwand projiziert. Immer mehr ging das Bild in das Album-Cover über. Mit einem Knall fiel der Vorhang und enthüllte einen Gitterkäfig, aus dem heraus Nord „Zeit für neue Hymnen“ dem Publikum entgegen schmetterte. Mit einem weiteren Knall wurde die vordere Wand des Käfigs heraus gesprengt und Hämatom legten so richtig los. 22 Songs hatten die Jungs im Gepäck. Und etliche Show-Elemente. Wie sehr das von der Fan-Basis geschätzt sich zeigte sich an die vielen Händen, die sich meldeten, als Nord danach fragte, wer denn schon am Vortag bei der Show in München dabei gewesen war. Aber ein Wunder ist diese Fan-Liebe ist. Mit von Wests Kopfbedeckung herumgewirbelten Funken wurde der Song „Ikarus Erben“ eingeleitet, es gab eine Pyro-Kanone bei „Schutt und Asche“, Hand-Pyros bei „Lichterloh“ und sogar eine Art elektrischen Stuhl – natürlich bestückt mit weiteren Pyros – zu „Mörder“. Und immer wieder heizte Nord dem Publikum ein, holte das letzte aus ihnen raus, forderte sie zu noch mehr Aktion auf. Und wurde erhört. So schallten Fan-Gesänge durch die Halle, in der Mitte hatte sich ein kontinuierlicher Pogo-Kreis gebildet und Hämatom wurden lauthals gefeiert. Und das die gesamte fast zweistündige Show über. Nur kurz gab es eine kleine Pause, als die Jungs nach „Kids“ die Bühne verließen. Die plötzliche Stille schien für das Publikum etwas verwirrend zu sein, denn es dauert ein paar Sekunden, bevor die „Zugabe“ Rufe erschallten und Hämatom für die letzten drei Songs „Wir sind Gott“, „Eva“ und „Leck mich“ zurück kamen. Mit dem „Todesmarsch“ ging das Spektakel gegen 23 Uhr zu Ende. Der Boden der Essigfabrik war klebrig vom Verschütteten Bier, T-Shirts der Feierwütigen aus dem Pogo-Kreis lagen herum und nicht wenige hatten ein seliges Grinsen aufgrund der bombastischen Show auf den Lippen.

Es war ein spannender Abend. Heldmaschine legten gut vor  und Hämatom hätten den Abend kaum perfekter gestalten können. Wer sich das Spektakel selbst anschauen möchte, kann dies noch an folgenden Terminen tun: 28.01. Berlin, 01.02. Wien und 03.02. Luzern.

 

Set-List Heldmaschine:

Himmelskörper / Gegenwind / Die Maschine spricht / R / Collateral / Radioaktiv / Propagande / Weiter

 

Set-List Hämatom:

Zeit für neue Hymnen / Mein Leben / Sturm / Tanz aus der Reihe / Säulen des Wahnsinns / Warum kann ich nicht glücklich sein / Ikarus Erben / Feuerwasser/ Lange nicht perfekt / Fick das System / Schutt und Asche / Lichterloh / Seelenpiraten / Made in Germany / Mörder / All you need is love / Totgesagt / Alte Liebe rostet nicht / Kids / Wir sind Gott / Eva / Leck mich / Todesmarsch