Ember Sea „How to Tame a Heart“ – VÖ 04.08.2017

 

Vier Jahre nach ihrem Debutalbum legen Ember Sea nun nach: mit “How to Tame a Heart” bringen sie 10 neue Stücke am 04.08.2017 auf den Markt. Angesiedelt irgendwo zwischen Metal, Gothic und Rock zeigen die Hannoveraner, dass sie musikalisch in den letzten Jahren gewachsen sind. Ein ausgeglichener Mix von Keyboards und Gitarren gespickt mit treibenden Rhythmen ist zu hören, gekrönt vom melodischen Gesang der Frontfrau Eva Gerland.

Der erste Track „To Atlantis“ ist auch gleich das eingängigste Lied des Albums. Weich und warm klingt die Alt-Stimme von Eva, dennoch kraftvoll und rockig. Auch Ausflüge in höhere Stimmlagen meistert sie. Vor allem der Refrain packt den Zuhörer, hat Ohrwurmcharakter und lässt einen so schnell nicht mehr los. Gleiches gilt für die Keyboard-Melodie, die sich direkt einprägt. Es ist ein atmosphärischer Song, verträumt und gleichzeitig mitreißend. Ganz so eingängig geht es nicht weiter.

Die weiteren neun Lieder bleiben dem Stil treu, „In Temptation“ hebt sich durch den zweistimmigen Gesang noch etwas ab. In „Dance of Pan“ zeigt Eva ihren Stimmumfang, wechselt von sanften, weicheren Gesangslinien zu zackigeren, rockigeren Tönen. Musikalisch startet der Song ebenfalls eher sanft und ruhig, nimmt dann aber schnell Fahrt auf und der Mittelpart liefert sogar Potential zum leichten Headbangen.

Dawning“ schließt das Album ab. Es ist nicht nur der letzte, sondern mit fast 10 min auch der längste Song des Albums. Sanft startet das Lied mit dem weichen Gesang von Eva und einer leichten Keyboard-Melodie. Langsam verdichtet sich der instrumentelle Part, die Gitarre schleicht sich regelrecht mit ein und ab 2 min ist das Setting komplett. Das Lied erinnert mich stellenweise etwas an Evanescence, nur leider fehlt ein musikalisches Highlight, dass man sicher innerhalb der mehr als 9 min hätte einarbeiten können.

Hier zeigt sich auch der Schwachpunkt des Albums: Zwar liegen etwa 50 gut produzierte und auch abwechslungsreiche Minuten vor, aber es fehlt an Höhepunkten in den Songs. „To Atlantis“ ist das Aushängeschild von „How to Tame a Heart“, die anderen neun Songs hinken etwas hinterher. Dennoch wird einem beim Zuhören nicht langweilig, die sauberen und klaren Gesangslinien ziehen einen regelrecht in die Lieder hinein und instrumentell sind dichte, aber nicht überladene Songs entstanden. Ember Sea zeigen, dass sie keinen klassischen Symphonic Metal mit opernhaften Gesang machen, sondern Metal, Gothic und Rock gekonnt miteinander vermischen können. Zuhören lohnt sich, es ist allerdings auch noch etwas Luft nach oben vorhanden.

 

Tracklist

  1. To Atlantis
  2. In Temptation
  3. Oasis
  4. Your Love
  5. Dance of Pan
  6. Portrait Enemy
  7. Heather
  8. Hollow
  9. The Ones
  10. Dawning

 

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