Debüt-Album von Kiyo – Parting Lights

Welch eine Wohltat für meine Ohren. Ich schreibe hier über das Debüt-Album von Kiyo, mit dem klangvollen Namen „Parting Lights„. Ich bin ja absolut ein Fan von „Plastikpop-Musik“, aber bei den Songs von Kiyo wurde mir so richtig bewusst, wie wohltuend es für die Ohren ist, mal handgemachte, warme und ausdrucksstarke Musik zu hören.

Die Stimme von Kiyo kuschelt sich an elektronische Klänge, ihre Stimme überwiegt dabei jedoch sehr deutlich und genau das verströmt diese besondere musikalisch warme Atmosphäre. Hauptsächlich ist bei dem Album der Newcomerin das Klavier zu hören, das von Kiyo selbst gespielt wird.

Ihre Themen sind Aufbruch, Fernweh, Unwetter, Stürme – das ganze dann auch noch mit soviel Melancholie versehen, dass es mir eine Megagänsehaut macht. Dramaturgie wird vermittelt und wenn es passt, dann greift auch der Produzent Rolf Munkes, zur Akkustikgitarre und tritt als Gesprächspartner in Erscheinung und das nicht nur einmal. Die fast spürbare Wärme vermittelt in den Songs von Kiyo, die Streicherparts mit Cello und dazu noch der Klang von tiefen und hallenden Trommeln.

Kiyo ist mit Musik aufgewachsen, das hört man auch. Mit fünf Jahren fing sie eine klassische Klavierausbildung an, sang in Chören und nahm an Wettbewerben (Jugend musiziert) teil. Das Gitarre spielen hat sie sich allerdings im Alter von 14 selbst beigebracht. Gleichzeitig fing sie zu dieser Zeit auch an, selbst Songs zu schreiben. Geboren in Düsseldorf, als Tochter vietnamesischer Einwanderer hat es sie jetzt nach Mannheim verschlagen. Es zeichnen sich Einflüsse aus der Klassik in ihrer Musik ab, keine geringeren wie Chopin und Debussy. Kiyo ist aber auch inspiriert von Singer-Songwritern,  wie Nick Drake, Eliott Smith und Bon Iver.

Eine perfekte Symbiose entsteht mit ihrem Produzenten Rolf Munkes, der an ihrer Seite spielt und ein echter Virtuose ist. Er spielt aktuell mit „Crematory“, hat aber auch schon mit dem ehemaligen Whitesnake Bassisten Neil Murray, oder dem ehmaligen Sänger von Black Sabbatz, Tony Martin und Comedian Bülent Ceylan zusammen gearbeitet. Man hört, so finde ich, dass es sich hier um ehrliche und authentische Songs handelt, dass hier eine Musikerin am Werk ist, für die es nicht anderes gibt, ihrem Puplikum einzigartige und handwerklich perfekt abgestimmte Songs zu präsentieren.

Ein Wechselbad an Gefühlen durchläuft der Hörer, angefangen in den dramatischen Klängen im Song „Magnolia“, Kiyos Lachen vernehmen wir in „Confessions“ und der Titelsong „Parting Lights“ der uns mit seinen Glocken stürmische Zeiten ankündigt.  Wie oben angekündigt, ist auch das Wetter ein Thema und beim Song „Mary prasselt der Regen ans Fenster und es lösen sich ungedulde Sehnsucht mit versönlicher Geborgenheit ab. Eine Ausnahme gibt es auf dem Debüt-Album, Kiyo präsentiert uns einen Cover-Song von der Rockband „Empire“. Bis auf diesen Song hat Kiyo alle Songs selbst geschrieben. Ihre Songs sind mal melancholisch, mal hoffnungsvoll, neugierig und vor allem emphatisch. Ist die Idee für einen Song erst mal entstanden, gibt es kein Halten mehr, bis der Song perfekt und fertig ist – genau so sind „Confessions“ und „Any Place“ entstanden.

Wie oben schon geschrieben, dieses Album ist Balsam für unsere Ohren. Texte und Musik harmonieren und vereinen sich. Für mich kam das Album sehr passend in dieser Jahreszeit, wo man sich mit einer Tasse Tee und einer Wolldecke auf die Couch kuschelt und den Songs lauscht. Natürlich soll das nicht heißen, dass die Musik im Sommer nicht geeigent ist, da passt dann ein kühles Getränk, ein Eis oder frisches Obst wiederum genau so gut. Ich habe alle Songs begeistert gehört, mein Lieblingssong ist auf jeden Fall „Confessions“, ich muss da immer bei schmunzeln.

Wer also Lust auf ein Album hat, das handwerklich megaklasse und musikalisch sehr stimmig ist, der sollte es sich unbedingt kaufen !!!

Track-List:
01 Parting Lights
02 Confession
03 Any Place
04 Magnoloa
05 Mary
06 Dozer
07 Run of Things
08 Choral
09 When we were chasing Grounds
10 Full in Love