Corvus Corax „Ars Mystica“ Tour, Bürgerhaus Stollwerck Köln 08.04.2017

Sie bezeichnen sich und werden bezeichnet als die „Könige der Spielleute“. Dass dies keineswegs übertrieben ist kann man derzeit auf der Ars Mystica Tour von Corvus Corax erleben.

 

Eine Konzert-Serie, die nur in Kirchen stattfinden sollte war geplant. Leider machte Köln diesem Plan einen Strich durch die Rechnung und das Konzert musste aus produktionstechnischen Gründen von der Trinitatiskirche in das Bürgerhaus Stollwerck verlegt werden. Aber wie die Band selbst über Facebook mitteilte: Sie müssen nicht unbedingt in einer Kirche spielen, um ein wahrlich beeindruckendes Konzert abzuliefern. Das geht auch im Bürgerhaus Stollwerck. Und davon hat sich Eventreports-Online selbst überzeugen können.

Damit alle rechtzeitig zum verlegten Konzert anreisen können, wurde dieses extra eine halbe Stunde nach hinten verschoben. Einige Leute wurden nämlich erst bei ihrer Ankunft an der Trinitatiskirche auf die Verlegung aufmerksam gemacht. Dennoch war der relativ kleine Saal im Bürgerhaus Stollwerck bereits eine Stunde vor Konzertbeginn gut gefüllt. Da für die Veranstaltung in der Kirche Sitzplätze vorgesehen waren, fanden sich auch an der neuen Location Stuhlreihen und die besten Plätze vorne an der Bühne waren schnell belegt. Zudem befand sich auch noch eine Theke direkt im Saal, die das ganze Konzert über gut besucht war. Etwas versteckt, dennoch von ein paar wenigen Besuchern entdeckt, fanden sich Aufgänge zu einer Empore, so dass man sich das Konzert auch von oben anschauen konnte.

 

Um 18:30 Uhr betraten zwei Männer und eine Frau die Bühne, nahmen Platz und begannen mit mittelalterlichen Instrumenten das Publikum auf den Abend einzustimmen. Joyosa sind ein Trio, das sich der mittelalterlichen Musik Spaniens verschrieben hat. Diese gaben sie mit angenehmen Stimmen der Sänger Kilian und Silke und großer Spielfreude an das Publikum weiter. Es war eine Performance, der man gerne zugehört hat: Ruhig zu Beginn und immer kräftiger werdend, bis beim letzten Lied der Dudelsack zum Einsatz kam und das Publikum durch tanzbare Musik auf die folgende Band vorbreitet wurde. Nach einer dreiviertel Stunde verabschiedeten sich Joyosa nach einem erfolgreichen Support-Auftritt und der Umbau begann.

 

Um 19:40 Uhr wurdees dunkel, Regen und Donner erklangen, vertrieben die während des Umbaus laufende Musik und es wurde still. Die Könige der Spielleute betraten die Bühne, alles schien kurz tief Luft zu holen und dann ging es los: Von Anfang an machten Corvus Corax mit „Hymnus Apollon“ Stimmung und es war erstaunlich, dass das Publikum tatsächlich dabei sitzen bleiben konnte. Ein paar Leute hielt es nicht auf den Plätzen, sie tanzten am Rand der Stuhlreihen. Aber vor allem wurde viel gelacht: sei es über die mehr oder minder der absoluten Wahrheit entsprechenden Geschichten des Kennenlernens der Bandmitglieder (z.B. der von fünf Priestern umzingelte Religions-Student Jordon), den von Jordon rezitierten Texten zu einfach jedem Stichwort, das ihm zugerufen wurde, oder der Geschichte des leider dann doch nicht erfolgten Auftritts in Game of Thrones (eine Serie, die ja sowieso nie erfolgreich sein würde). Zu jedem einzelnen Lied gab es etwas zu erzählen.

 

Es wurden nicht nur ältere Lieder gespielt, Corvus Corax wagten auch einen Blick in die Zukunft als mit „Herr Wirt“ ein Stück vom übernächsten Album angestimmt wurde. Und es gab auch was zu lernen: altnordisch. Bei „Havfru“ nämlich sollte das Publikum mitsingen, was es auch voller Inbrunst tat. Nicht nur hier unterstützte es seine Lieblingsband, auch beim „Platerspiel“ war es mit ganzer Stimme dabei. Frauen sowie Männer, wie eindrucksvoll im Sitzen-Aufsteh-Sitzen-Spiel bewiesen wurde.  Dann war allerdings auch schon Schluss, Corvus Corax verabschiedeten sich und gingen von der Bühne. Leider nahmen einige Leute aus dem Publikum dies zum Anlass ebenfalls zu gehen. Der Großteil aber verlangte nach Zugabe und sang zu diesem Zweck einfach weiter das Platerspiel, bis Castus auf die Bühne zurückkehrte. Drei weitere Lieder hatten die Raben im Angebot: das Game of Thrones Theme „Corvus Corax Trioculi“, „Venus vina musica“ und „Na Lama-se“. Und obwohl das Konzert schon zwei Stunden dauerte, wurden auch diese Lieder mit gleicher Energie, der gleichen Freude und soviel Kraft wie zu Beginn gespielt.

 

Es war ein geniales Konzert. Corvus Corax laden vom ersten Moment an zum Tanzen ein und lassen einen bis zum Ende nicht mehr los. Dazu kam eine wunderbare Licht-Show und die Bühnenperformance der Spielleute selbst. Leider war die Location nicht optimal, der Saal etwas klein und eben nicht einer Kirche ebenbürtig. Aber wie schon erwähnt: Corvus Corax brauchen keine Kirche, um ein wahrlich beeindruckendes Konzert zu spielen und das Publikum zu begeistern.

 

Als Information gab es obendrauf noch die Ankündigung eines Fantasticals und eines weiteren Albums, auf dem dann auch „Herr Wirt“ zu finden sein wird. Man darf sich also  auf weiteres freuen.

 

Und hier noch die komplette Set-List von Corvus Corax:

  1. Hymnus Apollon
  2. Crenaid Brain
  3. Fiach dubh
  4. Mazedon
  5. Ballade der Mercy
  6. Cheiron
  7. Mille Anni Passi Sunt
  8. Isabella
  9. Herr Wirt
  10. Pack
  11. La i mBealtaine
  12. Sverker
  13. Havfru
  14. Heiduckentanz
  15. Platerspiel
  16. Corvus Corax Trioculi (Game of Thrones Theme)
  17. Venus vina musica
  18. Na Lama –sa

 

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Galerie Joyosa

Galerie Corvus Corax