Convictive – Album „Schemen“

Anfang April veröffentlichten Convictive mit „Schemen“ ihr Debütalbum. Nach zwei EPs in den Jahren 2015 und 2016 wurde es für die Oberhausener Post Black Metaler um Frontfrau Jalina Zeit, einen Schritt weiter zu gehen. Die Power dazu haben sie allemal und auf „Schemen“ zeigen sie, was in ihnen steckt: Abwechslungsreiche Musik und eine starke Stimme und das Potential zu mehr ist hier in jedem Song zu hören.

2012 gründete sich die Black Metal Band in Oberhausen. In der aktuellen Besetzung sind Convictive zu fünft: Sängerin Jalina, Gitarristen Phil und Sascha, Bassist Ben und Drummer Daniel. Nicht nur die Tatsache, dass Convictive mit Frontfrau brilliert hebt die Band ein wenig von allen anderen ab, sie machen auch nicht nur reinen Black Metal, sondern kombinieren ihre Musik mit Elementen des Post Rock. Diese Kombination aus weiblicher Stimme und genreübergreifenden musikalischen Elementen erzeugen den außergewöhnlichen Sound dieser Band.

Auf diversen Clubkonzerten und Festivals haben Convictive ihr Können bereits unter Beweis gestellt. Auf Scheibe gepresst kann man sich davon auch auf zwei EPs überzeugen: „Blutnacht“ wurde bereits 2015 veröffentlicht, etwa eineinhalb Jahre später folgte mit „Öffnung“ die zweite EP.  Nun wurde es Zeit, einen Schritt weiter zu gehen: Seit Anfang April ist mit „Schemen“ ihr Debutalbum zu erhalten.

Das Album glänzt mit insgesamt 13 Songs, davon vier kurze Instrumentalstücke, die den Hörer kurz durchatmen lassen. Denn die restlichen 9 Songs sind Power pur.

Bei „Hoffnung“ wird nicht lang gefackelt. Der Song fängt zwar ruhiger an, nach 30 Sekunden ist damit aber Schluss und schnelle Gitarren und ein treibendes Schlagzeug ziehen den Hörer direkt in die Tiefen des Songs. Kommt Jalinas Stimme dazu, kann man nicht mehr weghören: krächzend haut sie den deutschen Text raus, mal mit höherer, mal mit tieferer Stimme und zwischendurch mit irgendwas dazwischen. Inhaltlich ist der Song eher düster, allerdings mit Hoffnungsschimmer. „Verfall“ beginnt wie der Song zuvor eher ruhig mit cleanem Gesang. Doch auch hier wird nach kurzer Zeit das Tempo mächtig angezogen. Die Gitarren geben dabei die Melodie vor in den Abschnitten, die nicht von Jalina getragen werden. Gleiches gilt auch für den Song „Asche“, der allerdings bereits schnell beginnt.

Pforte“ ist das erste kurze Stück auf dem Album. Gitarren kombiniert mit Piano-Klängen und eine schon fast mystische und ruhige Atmosphäre bilden einen krassen Kontrast zu den vorherigen Stücken. Hier zeigen Convictive, was sie Instrumental noch so zu bieten haben. Auch die Stücke „Leere“, „Abschied“ und das schließende „Regen“ schließen sich dem an. Die Oberhausener zeigen hier, dass sie auch ruhiger können. Alle Songs haben dabei einen eher traurigen Klang, was die Titel schon andeuten. Diese vier kurzen Stücke lassen auf mehr in dieser Richtung hoffen und zeigen, dass Convictive auch in der Lage wäre, eine richtige Ballade raus zu hauen.

Taufe“ ist nach den vier Instrumental-Stücken der kürzeste Song des Albums. Steht den anderen Liedern in Power aber in nichts nach. „Seelenlos“ dagegen beginnt mit cleanen Gitarrensounds und einer Gitarren-getragenen Melodie, die sich schwer auf das Gemüt setzt: melancholisch, düster und ruhig wirken die Melodie fast nachdenklich. Doch dann wird direkt das Tempo wieder angezogen und Jalinas Gesang beginnt. Bei diesem Song hätte man sich auch Abschnitte mit cleanem Gesang vorstellen können. Dies hätte „Seelenlos“ nochmal deutlich vom Rest des Albums abheben und zu einem Highlight machen können. Mit 8:30min ist „Erinnerung“ der längste Song auf dem Album (gefolgt vom Opener „Hoffnung“ mit knapp 7 min Spiellänge). Wie in den vorherigen Liedern wird hier ordentlich Tempo gemacht und auch Jalina wirft alles rein, was ihre Stimme hergibt. Auf die gesamte Spiellänge betrachtet wird aber kaum Abwechslung geboten, wodurch sich der Song dann doch etwas in die Länge zieht.

Insgesamt zeigen die fünf Oberhausener von Convictive ein solides und gelungenes Erstlingswerk. Durch die Instrumental-Stücke und den Post Rock Elementen zeigt sich ihre Experimentierfreudigkeit und man wünscht sich, dass auch gesanglich etwas mehr gewagt wird. Denn der krächzende Gesang von Frontfrau Jalina wirkt trotz der wechselnden Tonhöhen etwas monoton, vor allem in den extrem langen Stücken.

Nichtsdestotrotz, reinhören lohnt sich definitiv.

Track-list:

  1. Hoffnung
  2. Verfall
  3. Asche
  4. Pforte
  5. Taufe
  6. Seelenlos
  7. Leere
  8. Agonie
  9. Utopia
  10. Abschied
  11. Ad Infinitum
  12. Erinnerung
  13. Regen

 

Genre: Post Black Metal

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Label: STF Records

Quelle Bild: Convictive