Amphi 2017, Tanzbrunnen Köln

Vom 22.-23.07.2017 fand das Amphi im Tanzbrunnen Köln statt. Wie bereits im letzten Jahr, standen drei Bühnen zur Verfügung, die Main-Stage, die Theater-Stage und die Orbit-Stage. Leider musste bereits vor Beginn des Festivals verkündet werden, dass die MS Rheinenergie mit der Orbit-Stage nicht in der Nähe des Tanzbrunnens vor Anker gehen konnte, sondern aufgrund des niedrigen Rhein-Standes auf anderer Flussseite ca. 30 min Fussweg entfernt anlegen musste. Zwar war ein Shuttle-Bus eingerichtet, aber der Wechsel zwischen Gelände und Schiff war doch vielen Besuchern zu lästig. Dem Hören-Sagen zufolge schafften es dennoch ein paar Hundert zur Orbit-Stage, so dass die dort spielenden Bands wenigstens etwas Publikum hatte. Am Samstag waren hier Box & The Twins, Aeon Sable, Henric de la Cour, Esben and the Witch, Diorama und Clan of Xymox zu sehen. Am Sonntag We are Temporary, Rummselsnuff, Orange Sector, Winterkälte, LEGEND und Kirlian Camera.

Der Eingang zum Theater war optimiert worden: Das Festival-Gelände musste im Gegensatz zu letztem Jahr nicht mehr verlassen werden, so dass zusätzlich Kontrollen am Eingang ausfielen, was von vielen Besuchern begrüßt wurde.

Am 22.07. um 10 Uhr öffnete das Gelände. Im Gegensatz zu anderen großen Festivals gab es kein Taschenverbot, es wurde im Vorfeld aber darum gebeten, die Taschengröße gering zu halten. Am Einlass gab es dann verschiedene Schleusen, die Fast-Lanes fürs Taschenlose Besucher und die Luggage-Lane für Besucher mit Taschen. Diese Regelung beschleunigte den Einlass extrem, der deswegen an beiden Tagen sehr reibungslos von statten ging.

Um 11 Uhr betraten Empathy Test die Main Stage und eröffneten damit das Amphi-Festival. Trotz der frühen Stunde waren bereits einige Besucher auf dem Gelände und vor der Bühne und bereiteten dem Trio einen guten Empfang. Das erste Highlight des Tages stand dann als zweite Band auf der Bühne: Eisfabrik. Mit ihren weißen Outfits und den spacigen Brillen brachten sie nicht nur den Winter auf die Bühne, sie ließen es auch noch schneien. Und wurden dafür vom Publikum gefeiert. Der Bereich vor der Bühne füllte sich von nun an stetig weiter, während den Spielzeiten war nahezu der gesamte Bereich ausgefüllt war. An den Rändern versammelte sich schon fast traditionell das tanzende Volk, so z.B. bei Chrom, die als nächstes die Main Stage betraten. Aber auch Tanzwut weiß genau, wie man das Publikum anheizt und nutzte dieses Wissen gnadenlos aus. Zu den folgenden drei Bands muss man eigentlich kaum was sagen: grandiose Show von Lord of the Lost, hervorragende Performance von Diary of Dreams und dann: Fields of the Nephilim. Letztere sorgten für eine Überraschung, denn es war nahezu kein Nebel auf der Bühne. Als Headliner des Tages stürmte dann VNV Nation die Bühne.

Bei kurze Ausflügen ins Theater zu Holygram und FabrikC zeigte sich die kleine Bühne in dichtem Nebel und mit extrem wenig Licht, so dass die Musiker kaum zu erkennen waren. Dennoch kamen zu den folgenden Bands Torul, Frozen Plasma, Kite, Nachtmahr und Die Krupps so viele Besucher ins Theater, dass es wie auch schon im Vorjahr zu einem Einlass-Stop kam. Leider, denn bei den Festival-Besucher kam dies nicht gut an. Allerdings lässt sich diese Situation wohl kaum ändern, da das Theater nun mal nur begrenzte Kapazitäten hat. Nichtsdestotrotz, die Auftritte der Bands waren gewohnt gut. Nur halt teilweise sehr stark vernebelt.

Auch der Sonntag startete um 10 Uhr mit dem Einlass. Den Tag auf der Main-Stage eröffneten Massive Ego und brachten die ersten Besucher zum Tanzen. Weiter ging es mit M.I.N.E. und Stahlmann bevor Das Ich die Bühne enterten und, trotz spontan nicht vorliegender Set-List, eine grandiose Show hinlegten. Mit Hocico und Combichrist wurde es schnell und laut auf der Bühne. Beide Bands brachten eine wahnsinns Energie auf die Bühne, die vom Publikum aufgegriffen wurde. Es wurde gesprungen, gesungen und getanzt. Und so ging es auch bei der vorletzten Band Apoptygma Berzerk weiter und natürlich beim Headliner des Festivals, Eisbrecher.

Im Theater ging es genauso vernebelt weiter, wie am Vortag. Lucifer’s Aid und Near Earth Orbit machten mir hier den Anfang, bevor mit The Other der Horror Einzug. Also textlich, denn ansonsten lieferten die Horrorpunks eine solide Show ab. Allerdings auch wieder stark vernebelt. Dafür mit für Theater-Bedingungen nahezu wundervollen Lichtbedingungen. Es folgten Merciful Nuns und Ordo Rosarius Equilibrio. Die Letzte Instanz hatten dann wieder etwas weniger Nebel, etwas mehr Licht und natürlich eine gute Show dabei. Den Abschluss auf der kleinen Bühne machten dann The Daniel Myer Project.

Das Amphi 2017 einmal zusammengefasst: Das Wetter hielt bis auf wenige Ausnahmen, das Line-Up war hervorragend. Leider war das Schiff mit der Orbit Stage wirklich weit weg. Auch der alle 10 Minuten fahrende Shuttle konnte dieses Problem nur minimal lösen. Man musste sich schon genau überlegen, was man wann wo sehen wollte. Der Einlass-Stop im Theater war zwar ärgerlich, aber leider auch nicht zu vermeiden. An den Lichtbedingungen dort könnte man aber vielleicht noch ein bisschen schrauben. Die Lösungen zum Einlass auf das Gelände und die Schleuse zum Theater waren sehr gelungen und lösten die nervigen Doppel-Kontrollen vom Vorjahr ab. Aber insgesamt war es wieder ein sehr gelungenes Festival, gemeckert wird ja immer an irgendwas. Es gab keine Zwischenfälle, Probleme wurden schnell gelöst, die Security war kompetent und freundlich und die Atmosphäre gut. Und nun heißt es warten, bis im September die ersten Bands für 2018 bekannt gegeben werden.

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